über uns und das Einhorn

 

Unsere Familie führt das Einhorn nunmehr in der 3. Generation.

Der Urgroßvater war von Beruf Zimmermann und kaufte im Jahre 1929 am 1. April die Gaststätte

Es war kein Aprilscherz: Er brauchte sein ganzes Leben, um die heruntergekommene Gaststätte

 wieder auf Vordermann zu bringen.

Unser Großvater führte den Betrieb weiter und ist Vielen noch bekannt als der Mann, der unseren damaligen Tanzsaal im weiten Umkreis bekannt gemacht hat

Unser Vater und Ehemann führte das Einhorn weiter und baute ebenfalls Vieles um, darunter auch unseren  Saal, der heute für Veranstaltungen gemietet werden kann. Die von ihm gestalteten Räume wie auch seine Küche spiegeln seine Auffassung wider, dass Altes erhalten werden muss und mit Neuem modern und zeitgemäß ergänzt werden muss.

 

 

Das erste schriftliche Zeugnis über das Einhorn datiert aus dem Jahre 1694.

Damals heiratete ein gewisser Bernhart Beyer, Einhornwirt in Philippsburg.

In der wechselvollen, und oft schrecklichen Geschichte der Stadt Philippsburg war das Einhorn immer beteiligt.

 

Ein Teil unseres Gebäudes war von 1737 bis 1799 ein schmuckes barockes Rathaus.

Unter dem Einhornwirt Murmann war das Einhorn auch öffentliche Bäckerei.

 

Oftmals mussten die Einhortwirte fremde Truppen beherbergen,

zuletzt nach dem zweiten Weltkrieg zuerst französische und später amerikanische Soldaten.

 

Während der badischen Revolution war der damalige Biergarten oftmals Treffpunkt der Aufständischen,

 welches der damalige Einhornwirt Hildestab mit einer Gefängnisstrafe büßen musste.

 

So wie heute wurden die Wirte auch in früheren Zeiten mit vielen Geboten und Verboten gegängelt.

1733 wurden die Wirte beschuldigt an einem Fieber schuld zu sein, welches durch den neuen Wein herrühren sollte

„den die Leute unmäß in den Leib schütten und sich dadurch den Magen versäuern und das Geblüt erhitzen“.

Bezeichnend ist auch das Verbot des Schleifens und Walzens beim Tanzen,

weil dabei anstößige „Üppigkeiten“ und„Ausschweifungen“ vorkamen.

 

Es gab aber auch zu allen Zeiten viel zu feiern. So verspeisten bei einer Zusammenkunft der hiesigen Krämerzunft 17 ansässige Kaufleute:

2 grosse Schüsseln Reissuppe mit alten Hühnern, Rindfleisch mit Senf und Meerrettig

2 Gemüse, nämlich Sauerkraut mit Schweinknöcheln und blauem Kohl mit zwei Enten und Bratwurst.

2 Pasteten

3 gespickte Kapaunen ( kastrierte Hähne)

1 Welschhuhn (Auerhahn), den Kropf mit Mandeln gefüllt,

1 gebratenes Hinterviertel vom Kalb,

1 kalte Pastete mit einer Schneegans und Ochsenlummel ausgefüllt

Schinken und gedörrte Ochsenzunge

12 Schwartenmagen

2 Salat

1 Mandeltorte

2  Hippen 30 Kreuzer Brot

Zu diesem Essen, welches bis 20.00 Uhr abends währte wurden 22 1/2 Maß Bier, 6 Batzen Wein, 3 Kannen Kaffee und 1 Kanne Tee getrunken.  Später erschienen auch die Damen zum Tanz, wobei nur 1 Maß Wein, dagegen 10 Kannen Tee und 3 Kannen Kaffee genossen wurden.

 

Vieles ist geschehen in dieser langen Zeit, und man könnte noch manche Seite füllen. 

Zum Beispiel als die Franzosen die Reichsfestung eroberten und Philippsburg ein französisches Departement wurde. Oder als der Markgraf von Baden in Philippsburg war und im Einhorn, im damals neu gebauten Saal, zu seinen Ehren ein Festessen abgehalten wurde - mit etwas geringeren Portionen als bei den Krämern.

 

Aber auch über die jüngere Vergangenheit könnte man viel erzählen.

Wieviele Bekanntschaften wurden im Einhorn, insbesondere im früheren Tanzsaal, geschlossen?

Wieviele Ehen sind daraus entstanden? Wieviele Kinder, Enkel....?.